Apfelwickler: „Wurmige Äpfel“ erkennen & natürlich vorbeugen
Der Apfelwickler ist einer der bekanntesten Schädlinge im Obstgarten. Die Schäden entstehen durch die Larven, die sich in Äpfel bohren – dadurch werden Früchte „wurmig“ und fallen oft vorzeitig ab. Mit passenden Maßnahmen und Nützlingen lässt sich der Befall nachhaltig reduzieren.
Was ist der Apfelwickler?
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein kleiner Nachtfalter. Die Weibchen legen Eier an Blättern oder direkt an jungen Früchten ab. Nach dem Schlupf bohren sich die Larven in den Apfel und fressen im Inneren – häufig bis zum Kerngehäuse. Von außen sieht man oft nur ein kleines Loch und Krümel/Kotspuren.
So erkennst du einen Befall
- kleines Bohrloch am Apfel (oft in der Nähe des Kelchs)
- bräunliche Krümel/Kot am Einbohrloch
- Früchte fallen frühzeitig ab
- Fraßgänge bis zum Kerngehäuse
- Larve im Apfel (hell, später roséfarben)
Welche Pflanzen sind betroffen?
- Apfel (Hauptwirt)
- teils auch Birne, Quitte, Walnuss (regional/standortabhängig)
Warum kommt es zum Befall?
- Überwinterung als Larve/Puppe in Rindenritzen oder am Stamm
- nicht eingesammeltes Fallobst
- warmes Wetter begünstigt Flug und Entwicklung
- fehlende Nützlinge/geringer natürlicher Druck
Natürliche Maßnahmen & passende Nützlinge
1. Hygiene: Fallobst & befallene Früchte entfernen
- Fallobst täglich/regelmäßig einsammeln
- befallene Früchte nicht auf den Kompost (Larven überleben oft)
2. Monitoring & Timing
- Pheromonfallen helfen, den Falterflug zu beobachten
- so lässt sich der beste Zeitpunkt für Maßnahmen besser treffen
Empfehlung Nützling 1: Schlupfwespen (Trichogramma)
Trichogramma-Schlupfwespen sind besonders passend, weil sie die Eier des Apfelwicklers parasitieren – dadurch schlüpfen weniger Larven.
- Warum passend: wirkt an der Ursache (Eier) – bevor die Larven in den Apfel gelangen
- Warum sinnvoll: erreicht auch versteckte Eiablageplätze
- Stärke: ideal als begleitende, regelmäßige Maßnahme über die Flugzeit
Empfehlung Nützling 2: Nematoden gegen überwinternde Stadien
Nematoden können sinnvoll sein, um Larven/Puppen zu treffen, die in Ritzen, am Stammfuß oder im Bodenbereich überdauern (je nach Situation).
- Warum passend: ergänzt die Eierbekämpfung, indem es spätere/überwinternde Stadien adressiert
- Warum sinnvoll: reduziert den Startdruck für die nächste Saison
FAQ zum Apfelwickler
Reichen Pheromonfallen allein aus?
Fallen sind sehr gut fürs Monitoring und zeigen den Flug an, lösen den Befall aber selten allein. Kombiniere Hygiene + Nützlinge.
Warum sind meine Äpfel trotz Maßnahmen wieder „wurmig“?
Häufig wurden nicht alle befallenen Früchte/Fallobst entfernt oder die nächste Generation konnte sich unbemerkt entwickeln. Konsequenz über die Saison macht den Unterschied.
Wann sollte ich mit Nützlingen starten?
Möglichst zum Beginn der Flug-/Eiablagezeit. Pheromonfallen helfen, den richtigen Zeitpunkt besser einzugrenzen.
Wie beuge ich am besten vor?
Fallobst konsequent entfernen, Baum regelmäßig kontrollieren, Rindenritzen im Blick behalten und Nützlinge über die Saison unterstützen.



